Jedem mit einem Internetdienst auf die Nase zu binden wo man sich gerade befindet, fand ich vor einiger Zeit nicht so prickelnd. Find ich aktuell immer noch, trotzdem wollte ich mal sowas ausprobieren. Foursquare oder Gowalla war die Frage.
Weil Foursquare zu diesem Zeitpunkt ohne Account nicht besonders viel von sich preis gab (und weil Gowalla ideal für Spielkinder sein soll), hab ich mich für Gowalla entschieden.
Mag sein, dass der Großteil bei Foursquare mitmacht, aber die sind doch nur scharf auf gratis Kaffee. Naja, bei Gowalla bekommt man dafür Rabatt bei Schuhen... in Deutschland gibt's aber momentan noch nix soweit ich weiß. Nur Spaß, den aber auch gratis.
Aber mal von vorne: Mein Gowalla Profil ist nicht öffentlich - nur meine Freunde sehen also wo ich gerade einchecke, welche Fotos ich mache und so weiter. Ich kann aber auch einzelne Besuche an twitter oder Facebook weiterleiten lassen, wenn ich das möchte. Dort kann man dann meinen Kommentar (falls vorhanden) sowie den Ort sehen.
Was ist jetzt der Sinn und Zweck des ganzen? Man lernt seine Umgebung besser kennen. Zum Beispiel unterwegs kann man immer mal nachsehen wo es welche Punkte gibt und spontan dort vorbeischauen. Das müssen auch keine Geschäfte sein, sondern vielleicht ein Museum oder Park. Besonders viele Punkte gibt es oft nicht, dafür kann man auch selbst welche erstellen (über's Handy) und pflegen (über die Webseite).
Ab und zu findet man beim einchecken Items - diese kann man sammeln oder an anderen Orten ablegen (nennt sich dann "gründen"). Je nachdem was man so mit Gowalla tut bekommt man auch noch Pins, also Abzeichen verliehen: Für das posten von soundsoviel Fotos oder dem Besuch von x Plätzen. Wer gerne sammelt, ist also beschäftigt - besonders weil es manche Items nur an speziellen Plätzen gibt (wenn nicht ein netter Nutzer ein solches Item an anderer Stelle abgelegt hat und man es ertauschen kann). Gowalla ist also eine Art Schnitzeljagd mit eingebautem Reiseführer. Ein netter Nebeneffekt ist, dass man sich zum Erstellen von Plätzen kurz Zeit nehmen muss und sich, sofern man seine Orte pflegt, auch damit beschäftigt: Tagsüber also die Welt bereisen und abends nochmal wiederholen wo man war und was man eigentlich gesehen hat.
Eigentlich könnte man Gowalla auch ganz allein nutzen, aber einerseits entdeckt man mehr mit Freunden und dann gibt es auch noch Trips - eine thematische Zusammenfassung von verschiedenen Spots wie zum Beispiel die Stockholm Green Capital Tour. So einen Trip kann man auch wieder selbst erstellen und die von Freunden erstellten abarbeiten.
Uns hat Gowalla jetzt schon einige interessante Stunden beschert und es wäre toll, wenn noch mehr mitmachen würden - grade in Würzburg, ich mag nämlich nicht immer nur Fledermäuse finden.
P.S.: Brauchen tut man dafür ein GPS-fähiges Handy (oder iPad) und am besten eine Gowalla-Anwendung - umständlich funktioniert es aber wohl auch mit dem mobilen Opera Browser über m.gowalla.com (das wäre die Lösung für Symbiannutzer, weil es für die keine App gibt).
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